Ein neues Projekt am Horizont

Die Schlacht bei Quatre-Bras, von James Wollen
Die Schlacht bei Quatre-Bras, von James Wollen.

Wie Ihr alle wisst, führe ich gemeinsam mit meinem Bruder jedes Jahr ein (mehr oder weniger) größeres Projekt durch, welches wir dann auf der Hamburger Tactica und ggf. auf anderen Tabletop-Conventions präsentieren. Traditionell beginnt die „Saison“ für uns immer irgendwann um den Jahreswechsel, wenn wir die Präsentation für Hamburg fertig machen.

In den vergangenen zwei Jahren haben wir uns ein wenig vom Historischen Kontext gelöst und – passend zum jeweiligen Schwerpunktthema der Tactica – mit „der Claymore Saga“ und „Gorkamorka“ etwas aus dem Bereich Fantasy/SciFi gemacht. Höchste Zeit also, zu den Wurzeln zurück zu kehren: es steht wieder etwas Historisches auf dem Programm!

Wer uns kennt weiß, dass wir uns selbst den Anspruch auferlegen, jedes Jahr etwas komplett neues zu machen. Persönlich glaube ich, dass ein großer Teil der „Messemüdigkeit“ von Dingen kommt, die man genau so schon einmal gesehen hat. Wenn es also z.B. immer wieder die gleichen Platten-Module sind, auf denen die Schlachten ausgetragen werden, so fällt das „dem gemeinen Besucher“ vielleicht nicht unbedingt direkt negativ auf, aber ich glaube es fehlt einfach das „neue“.

Aber bevor ich nun Abschweife, schnell zurück zum Thema. Schon seit vielen Jahren beackern wir das Feld der Großtaktischen Systeme. Die Herausforderung, eine (wirklich) komplette Schlacht auf Armee-Ebene zu schlagen, die Nachschübe zu organisieren und immer eine bis zwei Stunden voraus denken zu müssen, ist einfach etwas ganz besonderes für uns. Um aber einen so „weiten“ Blick auf eine Schlacht zu bekommen, muss man natürlich einen entsprechenden Maßstab wählen, der es überhaupt erst möglich macht, ein ganzes Schlachtfeld auf einem Spieltisch abzubilden. Für uns hat sich in den letzten Jahren immer mehr herausgestellt, dass 6mm der perfekte Maßstab hierfür ist! Warum? Nun es ist im Grunde ganz Simpel: Wenn Du 28mm Figuren benutzt, sieht das auf den ersten Blick natürlich umwerfend aus, allerdings bekommst du einfach die ganze Schlacht nicht auf die Platte, sondern spielst in der Regel immer nur einen kleinen Ausschnitt. Das Verhältnis von Einheitengröße (Also dem Platz, den die Einheit auf dem Tisch einnimmt) zur Größe des Schlachtfeldes lässt es einfach nicht anders zu, es sei denn Du hast zufällig eine Turnhalle zur Verfügung.

Versteht mich nicht falsch, ich habe nichts gegen den fantastischen Anblick, gut bemalter 28mm Armeen auf wunderschönen, ausgestalteten Spielplatten, aber es ist eben nicht das, was WIR präsentieren wollen. (Zudem gibt es genug andere Leute, die dieses Feld schon seit Jahren beackern und das auf ihre Weise ja auch gut tun.) Nein, was wir suchen – und was wir zu vermitteln versuchen – ist die Herausforderung, der sich ein Befehlshaber wirklich stellen muss: die Armee in Stellung zu bringen, die richtigen Truppen zur rechten Zeit am rechten Fleck zu haben – und das in der Regel schon einige Züge im Voraus planen zu müssen. Das mag jetzt vielleicht komisch klingen, aber wer einmal ein gutes großtaktisches Spiel (mit einem „echten“ Befehlssystem) mitgemacht hat, der weiß wovon ich rede.

Ein schlauer Mann hat einmal gesagt:
Es gibt im historischen Tabletop zwei Themen an denen Du nicht vorbei kommst: Der 6. Juni 1944, allen als D-Day wohlbekannt, und die Schlacht von Waterloo und das endgültige Ende der Herrschaft Napoleons über Europa. An dieses Motto werden wir uns in diesem Jahr anlehnen. Zwar werden wir weder den D-Day, noch die Schlacht von Waterloo machen, sondern die Doppelschlacht von Ligny / Quatre Bras – und das ist nah genug dran, finde ich. 😉

In den nächsten Tagen und Wochen wird es also mal wieder mehr zu dem Thema geben, vielleicht auch einen kleinen Vlog, wenn Ihr da Interesse habt?

In diesem Sinne,
Vive la France!

Thomas

Thomas

Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
Im Hobby seit ich denken kann, nach einer längeren Pause Anfang der 2000er Jahre hat mich der Tabletop-Irrsinn wieder eingeholt.
Thomas

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