Age of Sigmar – wie hätten wir’s denn gern?

Zwar ist der Ersteindruck wie beschrieben überraschend positiv, allerdings gibt es doch die eine oder andere Sache, über die ich etwas gestolpert bin. Daher möchte ich im fünften Teil meiner kleinen Artikelreihe einen kleinen Blick auf die Dinge werfen, die mir eher weniger gut gefallen und versuche einen Ausblick auf eine Regelung zu finden, die mir ganz persönlich besser gefallen hätte.

Fernkampf:
So wahnsinnig viel ist es noch nicht, was mir hier wirklich negativ aufgefallen ist. Eine Sache, die ich aber vermutlich ändern würde, wäre das Zusammenspiel von Beschuss und Nahkampf. Das man seine Fernkampfwaffen einsetzen kann, obwohl man im Nahkampf ist, ist zwar erstmal ungewohnt, aber an sich ja kein Problem. Schaut man sich moderne Fantasyfilme an, so findet man ja spätestens beim „Herrn der Ringe“ einen recht prominenten Vertreter der Langohrigen Nahkampfbogenschützen. Soweit also kein Problem, jedoch kann man auf alle Einheiten schießen, die sich „in Sicht“ befinden, und das bedeutet in den Regeln nichts anderes, als dass ich das Zielmodell von dem schießenden Modell aus sehen muss, mehr nicht. Da das eigentlich (gerade wenn man mit wenig Gelände spielt) so gut wie immer der Fall ist, kann man also praktisch immer alles in Reichweite beschießen, auch wenn da drei andere Einheiten im Wege stehen, soland ich das Ziel nur irgendwie sehen kann.

Wie gesagt, ich kann mir eine grundsätzliche Nutzung der Fernkampfwaffen im Nahkampf durchaus vorstellen, hätte mir hier eine Beschränkung dahingehend gewünscht, dass man lediglich auf den/die Nahkampfgegner, die ja in dem Moment auch die dringlichste Gefahr darstellen, feuern darf.

Sonderregeln:
Wie in einem der vorherigen Artikel besprochen, halte ich die meisten der „obskuren“ Einheitensonderregeln für einen Scherz und würde entsprechend auf deren Einsatz verzichten.
Nicht das ich etwas dagegen hätte, schreiend um den Spieltisch zu laufen, aber das mache ich aus freien Stücken schon oft genug. 😉

Was war noch? Ach richtig, das leidigste Thema von allen:

Namensgebung.
Wer auch immer auf die wahnsinnig tolle Idee gekommen ist, alles mit Urheberrechtlich schützbaren Eigennamen auszustatten, dem gehört meiner Meinung nach mal gehörig der Duden um die Ohren geschlagen.

Als hätten wir nicht schon ohnehin genug Denglisch in unserer Spielerschaft, aber wenn z.B. die „Sylvaneth Dryads“ mit Ihren „Wracking Talons“ um die Ecke kommen, könnte ich kotzen. Nichts gegen Waldwesen, ich mag sie sogar, aber hätten es nicht einfach Dryaden sein können, die mit „zerfetzenden Klauen“ (oder besser: einfach nur mit Klauen) attackieren können?

Da dieses Phänomen der Namensgebung bei GW aber gerade unter Volldampf auch im 41. Jahrtausend läuft, gehe ich nicht davon aus, dass wir hier in naher zukunft eine Lösung sehen werden.

Da hilft nur – und das werde ich wohl auch machen – sich eigene Warscrolls zu schreiben und den kram nochmal vernünftig zu übersetzen.

Preispolitik.
Warhammer zu spielen ist schon immer ein kostspieliges Hobby gewesen und ja, der Einstieg ist mit wirklich tollen Box-Deals nicht wirlich teuer. Aber bei vielen Dingen fragt man sich einfach nur, ob es tatsächlich irgendwann mal eine Schmerzgrenze gibt, die man bei der Kundschaft erreichen kann. Schaue ich mir an, was da teilweise sogar für eine Handvoll Würfel oder Figuren verlangt wird, fehlen mir die Worte.

.. schaue ich mir mein eigenes Kaufverhalten an, muss ich aber gestehen, dass man öfter bereit ist, den Preis zu zahlen, als es einem lieb sein sollte.

Künstliche Verknappung.
Zu guter letzt habe ich noch eine Sache, die mich ein wenig ratlos lässt: die künstliche Verknappung des Angebotes.

GW produziert heutzutage fast ausschließlich in Plastik. Die Formen für eine Plastikminiatur herzustellen ist viel aufwändiger und teurer, als es das für Zinnfiguren wäre, dafür bekommt man aus der fertigen Form ein vielfaches mehr raus, bevor sie wieder aufbereitet werden muss. Und trotzdem hat man das Gefühl, dass GW viele Neuigkeiten in so geringer Stückzahl produziert, dass vieles noch am ersten Tag vergriffen ist.

Mir ist nicht wirklich klar, wozu diese künstliche Verknappung dienen soll, außer den Kaufdruck auf die Kunden zu erhöhen. Los, kauf das Charaktermodell für 100 Euro, morgen ist es eh‘ weg, denn – und so viel ist sicher – irgendjemand anders kauft es vor Dir! … vom unternehmerischen Standpunkt aus eigentlich recht clever..

So, das war es für’s erste.
Ich hoffe, meine kleine Artikelreihe hat Euch gefallen und vielleicht sogar ein bisschen unterhalten, lasst mich doch wissen, was Ihr von solchen „Ergüssen“ haltet und ob Ihr gerne mehr davon lesen (oder sehen?) würdet.

Oh, halt! Eine Sache habe ich fast vergessen:
Es gibt noch eines, was mich wirklich, wirklich, wirklich nervt: Hysterie. 
Seid nett zueinander, Leute! Leben und leben lassen. Das Hobby gehört uns allen, niemand hat die Wahrheit für sich gepachtet.

Bis zum nächsten mal und vergesst‘ nicht, „always thin your paints“ 😉

Thomas

Thomas

Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
Im Hobby seit ich denken kann, nach einer längeren Pause Anfang der 2000er Jahre hat mich der Tabletop-Irrsinn wieder eingeholt.
Thomas

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