Age of Sigmar – zur Sache, bitte.

Da waren wir nun also.

Nach knapp anderthalb Jahren verstaubtem Daseins in der Dunkelheit meines Hobbyraums habe ich die Starterbox wieder heraus gekramt und mich an die Fertigstellung der noch ausstehenden Modelle gemacht. Bei meinem Ersten Bemalanlauf hatte ich mich gleich auf die Charaktermodelle gestürzt, da ich gerne größere Modelle bemale und die neuen Figuren (ob einem das Design nun gefällt oder nicht) schon ziemlich was her machen.

Man kann sich jetzt natürlich drum streiten, ob derart Detaillierte und (für unerfahrene Pinselschwinger) recht schwer zu bemalende Figuren die beste Wahl für eine Einsteigerbox sind, aber ich glaube GW wollte mal wieder zeigen, dass sie noch immer eine der besten Figurenschmieden sind und dass mit dem neuen Zeitalter auch das Figurendesign noch einmal deutlich verändert wird. Alles ist noch ein bisschen größer, mehr Schädel (ja, das geht), alles wirkt insgesamt noch überzeichneter. Botox-Conan auf Speed, in Miniaturenform. Qualitativ müssen sich die Miniaturen jedenfalls auch heute noch vor nichts verstecken, auch wenn mittlerweile die Luft „da oben“ deutlich dünner geworden ist, gibt es doch auch andere Miniaturenschmieden (Wyrd zum Beispiel), die richtig gute Figuren aus Plastik herstellen können.
Nach endlosem Nerven hatte ich Nicky dann aber irgendwann soweit, dass sie tatsächlich mal eine kleine Runde mit mir probieren wollte. Das Starterset kommt mit einer kleinen Einstiegskampagne (wenn man es denn so nennen will) daher, also schnell einen kleinen Spieltisch aufgebaut, die Figuren auf die Platte und los gehts! Für einen erfahrenen Tabletop-Spieler stellt das Aufeinandertreffen der drei Kombatanten natürlich weder eine Herausforderung, noch eine spielerische Offenbarung dar, aber es dient seinem Zweck, die Grundprinzipien zu erklären. (Bei einem Videospiel regt sich ja auch niemand drüber auf, dass am Anfang im Tutorial gesagt wird, benutze den Stick/die Pfeiltasten um Dich zu bewegen 😉 )
Nach einem kurzen, aber erstaunlich knappem Scharmützel hatten wir dann aber tatsächlich Blut geleckt. Meine Frau forderte vehement eine Revanche ein, denn mein Korgorath hatte ihren Lord-Celestant (Die Namen… aber da kommen wir ein andern mal noch zu) im ersten Anlauf bezwingen können. Der Zweite Versuch lief besser für die Sigmarritter, in nur zwei Runden war das rote Monster bezwungen und der Folterknecht hatte alleine erwartungsgemäß auch keine echte Chance.
Nicky war zufrieden mit dem „neuen“ Ergebnis des ersten Szenarios, also ging es gleich weiter in’s Zweite. Ich möchte Euch jetzt hier nicht mit Details langweilen, aber wir spielten an dem Abend noch zwei weitere Missionen und ein paar Tage später ging es auch gleich weiter. Das System, so einfach die Regeln im Grunde auch sein mögen, gefiel uns überraschend gut.
Ich glaube, was mir daran am meisten gefällt, ist das Zusammenspiel der einzelnen Einheiten/Regeln, es wird selten sehr komplex, aber man muss schon einen Plan haben, wer wann was machen soll, um erfolgreich zu sein. Darüber hinaus finde ich, dass das Abschaffen der Vergleichstabellen für Treffer- und Verwundungswürfe ein Geschenk der Götter ist! Es beschleunigt das Spiel doch sehr und macht es – gerade für Einsteiger – sehr nachvollziehbar, warum man wann welchen Wert erwürfeln muss. Mal ehrlich: Mich persönlich hat es immer genervt, wenn man bei einer Spieldemo (also wenn man ein System nicht kennt) bei jedem Würfelwurf den Spielleiter anschauen muss, der dann irgendwelche Werte herunterbetet und am Ende dann 4+ sagt. Einmal mehr kann man hier Field of Glory als abschreckendes Negativbeispiel ins Feld führen. Diese Lösung ist vielleicht für GW-Spieler ungewohnt, sie funktioniert am Ende aber gut, und das ist es doch, was eigentlich wichtig ist.
Natürlich habe ich jetzt noch nicht allzu viele wirklich große Spiele gespielt, aber ich denke, die bisherigen Partien waren ein sehr guter Vorgeschmack auf das, was das System bietet und – wichtiger als alle greifbaren Fakten: das System hat einen guten Eindruck bei mir hinterlassen und ich freue mich darauf, tiefer einzusteigen.
Thomas

Thomas

Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
Im Hobby seit ich denken kann, nach einer längeren Pause Anfang der 2000er Jahre hat mich der Tabletop-Irrsinn wieder eingeholt.
Thomas

2 Antworten auf „Age of Sigmar – zur Sache, bitte.“

  1. Nette Artikelreihe und bin gespannt was da noch so kommt :)!?

    Ich hatte mir auch das Generals Handbook geholt und es verändert einfach alles, hinzu kommen da ja noch die ganzen Artefakte, Schlachtfeldrollen, Formationen/Battalions und Treuefähigkeiten.
    Nun ist also wirklich für jede Art von Spieler etwas dabei, egal ob narrativ, kompetitiv, oder freies Spiel :).
    MfG Fomo

    1. Danke, Fomo!

      Kleiner Spoiler: Die Artikelserie endet bald, aber das bedeutet natürlich nicht, dass ich das Thema nicht mehr beackere … ganz im Gegenteil, AoS wird vermutlich einer der Schwerpunkte in der nächsten Zeit bleiben. 🙂

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