Die Diskussion um Age of Sigmar – Mir reichts, ich geh schaukeln.

Thomas

Thomas

Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
Im Hobby seit ich denken kann, nach einer längeren Pause Anfang der 2000er Jahre hat mich der Tabletop-Irrsinn wieder eingeholt.
Thomas

Groß ist derzeit die Hysterie um Games Workshops neues Spielsystem, Age of Sigmar.
Als Anfang des Jahres die „End Times“ über uns herein gebrochen sind, war die Aufregung Groß, schon damals schrie die aktive Spielerschaft auf, dass man seitens GW das Spielsystem zerstören möchte, einige monierten auch, dass einem das Spielsystem „weggenommen“ würde und man dann nicht mehr spielen könnte, weil man das ja nicht mehr in den Ladenlokalen machen dürfe.
Ich habe damals schon meine Meinung dazu kund getan und möchte mich ungern wiederholen. (Wer es gerne nachlesen möchte, klicke bitte hier) Einzig um ein Zitat aus meinem Januar-Beitrag komme ich nicht umhin:

„… Leute, beruhigt Euch mal.“
Die Lage hat sich geändert, mittlerweile wissen wir sehr genau, was da auf uns zukommt mit dem neuen Zeitalter. Die Mächte des Guten (in Form der Sigmarritter) treffen auf die Krieger des Chaos (in Form des Khorne-Kultes), ein Duell, das epischer kaum sein könnte. Engel in goldenen Rüstungen (mit erstaunlich wenig Totenschädeln daran) gegen die Blutrünstigen, düsteren Horden. Jawohl, das hat Symbolkraft.
GW ist hier in meinen Augen erstaunliches gelungen:
Die kompletten Regeln auf nur Vier Seiten?
Man kann sich die Regeln kostenlos herunterladen?
Sämtliche Fantasy-Modelle die von GW derzeit angeboten werden bekommen eigene Einheitsstatistiken?
Das klingt so gar nicht nach dem, was Games Workshop in den letzten Jahren ausgezeichnet hat, spätestens nachdem die kompletten Hobbyartikel und dann die von vielen noch heiß geliebten „Spezialistensysteme“ vor ein paar Jahren von der Website verschwunden sind, konnte man den Eindruck gewinnen, dass die jetzt komplett den Draht zum Kunden verloren haben.
Doch was auf den ersten Blick verwunderlich klingt, macht vor allem eines: Neugierig.
Es gibt eine neue Fraktion, viele Leute wissen noch nicht so recht, was sie von den Figuren halten sollen, da kommt es ja gerade recht, dass im White Dwarf 75 ein „kostenloser“ Sigmarritter dabei ist, damit jeder (oder zumindest jeder, der schnell genug war) sich ein Bild davon machen kann.
Egal ob einem das Design der beiden Fraktionen aus der Starterbox zusagt, es wird wohl niemand bezweifeln, dass die Figuren von der Qualität her mal wieder ganz oben mitspielen werden. Preislich ist die Box mit 100 Euro (bei vielen Händlern in der Vorbestellung teils noch deutlich günstiger) ohnehin unschlagbar, da kann man sagen was man will.
Aber was ist das mit den Regeln, vier Seiten und das war’s? Im Ernst??
Ich bin mir da nicht so wirklich sicher, ob wir hier schon alles sehen. Die Grundregeln sind allem Anschein nach tatsächlich nur diese 4 Seiten und gut.
Jede Einheit bringt mit seiner „Warscroll“, der Einheitenkarte, Sonderregeln mit, die dann weitere Details ins Spiel bringen.
Das hat vor allem den Vorteil, dass man nicht mehr an einzelne Versionen von Armeebüchern gebunden ist, sondern schneller auch mal eine neue Einheit heraus bringen kann, da diese ja ihre eigenen Regeln mitbringen kann. Ob das bedeutet, dass es keine Armeebücher geben wird? Wer weiß das schon.
Schaut man sich die Einheitenkarten für die Fraktion der Sigmarritter und Chaoskrieger an, wirkt das alles ganz okay, aber bei vielen „alten“ Fraktionen fällt auf, dass es einige Sonderregeln gibt, die irgendwie ein bisschen .. naja .. „merkwürdig“ sind.
Ich soll um die Platte hüpfen?
Ich habe einen Wiederholungswurf, wenn ich jünger bin als mein Gegner?
ICH SOLL MIR EINEN SCHNURRBART WACHSEN LASSEN?
Bei allem Humor drängt sich mir hier eine Frage auf: Was soll der Scheiß?
Ich bin ehrlich Leute, ich habe keine Ahnung. Wenn ich jetzt aber mal ganz wild anfange zu spekulieren, dann würde ich sagen, dass GW uns alle erstmal mit Regeln für alle Figuren versorgt, um die Einstiegshürde (die Achillessehne von Warhammer Fantasy) abzuschaffen.
Du willst Spielen, ohne auch nur einen Pfennig zusätzlich auszugeben? Bitte, Regeln und Einheitenkarte runterladen, alte Figuren aus dem Schrank holen und los, hab ein bisschen Spaß …
Aber ist es das, was Age of Sigmar sein soll?
Ehrlich gesagt, das glaube ich nicht.
Wir wissen bereits, dass die Fraktionen im Zeitalter des Sigmar neu geordnet werden, den Anfang haben die in der Starterbox enthaltenen Sigmariten und die Chaoskrieger gemacht. Beide in der Box enthaltenen Fraktionen scheinen ausgeglichen zu sein, auch wenn man das natürlich noch nicht wirklich sagen kann, ohne einige Spiele damit gespielt zu haben.
Was ebenfalls in der Box vorhanden ist, ist ein Buch mit Hintergrundgeschichte und auch einigen Szenarien. Über eben diese weiß man heute erstaunlich wenig, ich persönlich gehe davon aus, dass wir hier eine Geschichte erzählt bekommen, die wir dann spielerisch erleben werden. Und mit Geschichten und „Fluff“ kennt sich kaum jemand so gut aus, wie Games Workshop.
Das ist ja alles schön und gut, aber was bringt uns das?
Ich kann mir gut vorstellen, dass es in naher Zukunft weitere solcher Boxen geben wird, in denen die Geschichte, die in der Age of Sigmar-Box erzählt wird, weiter geführt wird. Neue Fraktionen werden dazu kommen, es wird neue Fraktions-Starterboxen geben, die dann auch spielerisch mit den Sigmariten und dem Chaos auf einer Höhe liegen und so für ein ausgeglichenes Spiel sorgen könnten.
Wie gesagt, das ist alles nur wilde Spekulation von mir, aber wer glaubt, dass es beim neuen Warhammer nur darum geht, sich in bester Warhammer-Fantasy-Tradition stumpf voreinander aufzustellen und auf die Schnauze zu hauen, der liegt in meinen Augen nicht ganz richtig.
Okay, Thomas, jetzt haben wir schon über 5600 Zeichen deinen geistigen Erguss hier ertragen, was willst du uns eigentlich sagen???
Ihr habt ja recht. Ich glaube einfach, dass wir hier nur die Spitze des Eisbergs sehen, nicht nur was die Reine Anzahl an neuen Figuren angeht. Age of Sigmar ist – so hoffe ich – nur der Einstieg in eine neue Welt, die sich nach und nach entwickeln wird. Die alten Figuren werden nach und nach abgelöst durch neue, die dann auch vernünftige Regeln haben. Aber da wir alle noch keinen blassen Schimmer haben, wie und was da noch alles auf uns Zukommt, kann man doch eigentlich nur dazu aufrufen, mal einen Schritt zurück zu machen, ein- und auszuatmen und mal in Ruhe zu schauen, was da ab dem 11. auf uns zukommt. 
Ich habe mich auch leidenschaftlich an diversen Diskussionen im Netz beteiligt, aber damit ist jetzt erstmal Schluss. Die Hysterie hilft keinem Weiter, ich werde am Samstag meine Starterbox abholen, mir diese in aller Ruhe ansehen und Euch dann in der nächsten Woche hoffentlich mit einigen interessanten Beiträgen abseits des Geschreis und der Hysterie erfreuen können.
So lange bin ich erstmal in ruhe Schaukeln – wer mag, kann sich ja dazu gesellen.

Warhammer – Age of Sigmar

Thomas

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Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
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Thomas

Nun ist die Katze aus dem Sack. So gut wie alles scheint über die Neuerfindung von Games Workshops Fantasy-Reihe, Age of Sigmar, bekannt zu sein.

Es wird ein völlig anderes Spiel werden als das alte Warhammer Fantasy war, ein Skirmisher, der wohl aber nach skalierbar ist, ähnlich wie man das von Warmachine / Hordes kennt – oder auch von Warhammer 40K, wenn man da mal die Skalierung vom Normalen Spiel zum Armageddon sieht.
Die alte Welt ist über den Jordan, alles Neu macht in diesem Fall nicht der Mai, sondern der Juli.

Ich muss zugeben, anfangs war ich dann doch schon überrascht vom neuen Look der Figuren, zumal alle Gerüchte darauf hin deuteten, dass es Imperium gegen das Chaos ist – und da denkt man natürlich gleich an Menschen gegen Dämonen – aber nein, weit gefehlt. Wenn ich das richtig verstanden habe, sind die güldenen Streiter auf Seiten des Imperiums eher so etwas wie Halbgötter oder Engel, anstelle von Bauern mit Heugabeln und Fackeln.

Und hier ist wohl auch ein großes Missverständnis zu sehen, viele Leute sind entsetzt vom Look – alles ist jetzt scheinbar noch mehr „larger than life“ und die goldenen Ritter erinnern einen dann doch schon sehr an Dante uns seine Gang aus dem 40K-Universum.
Aber wenn wir mal ehrlich sind, ist doch das einzige was die Figuren miteinander verbindet, dass es dicke Typen in noch dickeren, goldenen Rüstungen sind. Klar liegt der Vergleich da auf der Hand, zumal gerade Gold eine extrem seltene Farbe ist, zumindest kann ich mich bisher sonst an keine Einheit erinnern, die solch ikonische Farben trug.
Hätte man die Irritationen ein wenig verhindern können, indem man die Leute vielleicht nicht komplett Gold, sondern in Metallfarbe mit Goldenen Applikationen gezeigt hätte? Ich denke schon, aber wir werden es wohl nie erfahren – vielleicht wollte man das ja auch nicht machen, denn wir Werbefuzzis wissen ja: es gibt keine Schlechte Publicity.

Mittlerweile bin ich eigentlich recht gespannt darauf, wie die Modelle dann am Ende WIRKLICH sind, wenn man sie in der Hand hält, denn ich habe entschieden, dem Ganzen eine echte Chance zu geben.
Vor einigen Wochen habe ich ja schon einmal etwas zur Neugestaltung der Warhammer Welt geschrieben, damals war alles aber noch sehr vage und unsicher, heute weiß man ja schon viel mehr – oder glaubt es zumindest zu wissen.
Mit Warhammer Fantasy hab ich seit knapp 15 Jahren nichts mehr zu tun, würde ich heute etwas in der Richtung „Fantasy-Regiments-Massenschlachten“ spielen wollen, würde ich sofort zu Kings of War greifen, das ist selbst in der ersten Edition ein geniales Regelsystem.

Aber ich schweife ab, wie gesagt werde ich AoS eine Chance geben, ich habe mir bei meinem Händler hier in Hildesheim ein Exemplar zurück legen lassen und freue mich schon, dieses am 11. abzuholen. Ebenso werde ich mir erstmals seit Jahren einen White Dwarf kaufen, denn die zusätzliche Miniatur reizt mich dann doch schon sehr, da ich beabsichtige, die Imperiumstruppen nicht in Gold, sondern in einem Silberton zu bemalen.
Ich möchte, dass die Sigmariten wirklich abgenutzt und abgekämpft aussehen, Freunde des Filmklassikers „Excalibur“ (hey, da gab es doch auch ne Goldene Rüstung…) wissen, welche Richtung in anstrebe, und da kommt mir die zusätzliche Miniatur zum ausprobieren gerade recht.

In den nächsten Wochen werde ich Euch genauestens über alle meine Erfahrungen auf dem Laufenden halten, ich freue mich schon drauf!

Gruß,
Thomas

Deathstorm Teil 2

Thomas

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Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
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Thomas

Nachdem sich nun all der Tactica-Trubel wieder gelegt hat, bin ich endlich mal Abends wieder dazu gekommen meine 40k-Kerls weiter zu bemalen. Trotz anfänglichen Startschwierigkeiten ( nach der 4 oder 5 Figur fangen die Genräuber an zu nerven) muss ich sagen hat mich momentan das Fieber doch wieder ganz gut gepackt und ich freu mich auf die weiteren Minis, insbesondere die großen Tyraniden!

Hier ein paar Eindrücke

Obwohl ich für beide Rassen das gleiche Rot als Grundfarbe gewählt hab finde ich doch, das sie schon unterschiedlich wirken. Insbesondere wollte ich die Blood Angels mal etwas dunkler/düsterer wirken lassen. Das Panzermuster der Tyraniden gefällt mir persönlich sehr gut, vor allem beim Symbiarch. Ich muss sagen ich bin mit dem Ergebnis recht zufrieden.

Nur leider hat sich nun ein neues Problem ergeben an das ich zu Beginn garnicht gedacht habe…

Oje, so miserabel sehen meine Blood Angels aus der Spacehulk-Box doch gar nicht aus dachte ich bisher immer (die Genräuber trau ich mich garnicht zu zeigen…). Tja, nun bleibt mir nichts anderes als von den Figuren die Farbe runter zu schrubben und alles nochmal von vorne zu bemalen. Aber erst bring ich das Deathstorm-Projekt zu Ende. Als nächstes steht der Captain der Marines an, dann hab ich auch alle Minis für das erste Szenario zusammen.

Shield of Baal – Deathstorm

Thomas

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Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
Im Hobby seit ich denken kann, nach einer längeren Pause Anfang der 2000er Jahre hat mich der Tabletop-Irrsinn wieder eingeholt.
Thomas

Da haben wir doch in letzter Zeit nur ein wenig über Warhammer diskutiert, und schon ist es passiert. Ich wollt nach langer langer Zeit mal schauen, was es denn so neues gibt bei GW und auf was stoße ich. Eine kleine, aber feine Box voll mit Minis von zwei meiner Lieblingsarmeen. Eine „Einsteiger“-Kampagnenbox für nur 100€, Regeln, Szenarios, Hintergrund und einer Menge an Figuren inklusive. Bloodangels gegen Tyraniden, hach zum dahinschmelzen. Eine Blood Agels-Armee hatte ich vor langer Zeit schon (ist das echt schon wider 11 Jahre her als ich die verkauft hatte…) und von den Tyraniden hab ich noch zwei Modelle hier rumstehen, allein weil ich sie toll finde. Drei Tage hab ich mich gequält und dann war es soweit. Ich habs  wider besseren Wissen bestellt und heut ist sie dann angekommen.

Inhalt:
Die Box ist wirklich pickepackevoll und quilt aus allen Nähten! Wir haben von beiden Armeen eine gute Auswahl an Modellen. Dazu sind sämtliche Blister nicht nur mit der Waffenauswahl für die beiliegende Kampagne ausgerüstet, sondern bieten sämtliche Waffenoptionen. So ist die Box auch  für alle anderen Spacemarine/Tyranidenspieler eine wirkliche Option.

Für die Blood Angels haben wir:
– Captain in Terminatorrüstung und Energiehammer, ist das Charaktermodell Captain Karlean
– Terminatortrupp aus 5 Terminatoren
– Todeslegiontrupp bestehend aus 5 Sprungtrupplern mit unterschiedlichster Bewaffnung
– ein Cybot

Die Tyraniden können folgendes aufbieten:
– Symbiarch-Charaktermodell, die Brut von Cryptus
– 8 Genräuber
– 3 Tyranidenkreiger
– 1 Carnifex, die Bestie von Phoebia

(Wenn man bedenkt, dass ein Carnifex allein schon 42€, dann kann man echt nix sagen find ich)

Dazu finden sich in der Box zwei Bücher, ein ausführliches Kampagnenbuch mit Hintergrund, Einheitenbeschreibung, 3 Szenarien und und und, und ein Regelbuch DIN A5. Insbesondere das Regelbuch find ich ganz klasse, erinnert an Flames of War, die ihr letztes Regelbuch in DIN A4 gebunden für etwas Geld, und eben in dem kleinen Format für Lau rausgegeben haben. Das Regelwerk ist super, gute Qualität, groß/klein genug für unterwegs und alles was man braucht. Warum gibt es dass nicht für einen geringen Unkostenaufwand, das würde sicher den ein oder anderen motivieren bei 40k einzusteigen könnt ich mir vorstellen.

Nu möchte ich gern die Einheiten nach und nach fertig stellen, ich orientiere mich dabei an den beiliegenden Szenarien. Als erstes benötigen wir die Genräuber sowie den Captain und den Termitrupp. Das ist also mein erstes Ziel.

Ich werd es nun wirklich mal durchziehen euch ständig über meinen Fortschritt auf dem Laufenden zu halten, meine Bemalung präsentieren und als Krönung natürlich die Kampagne mit Thomas zocken. Die ersten 4 Genräuber sind schon grundiert! Freu mich schon …

Warhammer – End times .. ein Neuanfang?

Thomas

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Auftragsmaler und Tausendsassa bei mietpinsel.de
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Thomas

Jaja, was da derzeit in der „Community“ passiert, ist wirklich beachtlich.
Alle finden GW blöd, jeder hat `ne Meinung, keiner will je wieder irgendwas von denen Kaufen und das habe ich Euch ja schon immer gesagt und überhaupt ist das alles Doof mit den End Times und was danach kommt ist blöd und neues ist eh immer scheiße – und die wollen sowieso immer alle nur unser Geld!  -Ach, wie konnte ich`s nur vergessen: Früher war eh` alles besser!

… Leute, beruhigt Euch mal.

Wir erleben momentan spannende Zeiten mit, der Branchenprimus versucht gerade, aus dem langjährigen Tief heraus zu kommen und den Trend der letzten Zeit umzudrehen. Wenn man als Unternehmen mit ansehen muss, wie über viele Jahre hinweg die Umsätze immer kleiner werden, ist irgendwann ein Punkt erreicht, an dem es mit einer reinen Margenerhöhung durch Preissteigerung nicht mehr getan ist. Die Produkte müssen wieder interessant werden, die Leute müssen die Sachen kaufen WOLLEN, dann ist der Preis eh` nur Nebensache.

Letzten Endes ist das hier doch unser aller Hobby und natürlich kostet das Betreiben eines Hobbys Geld. Ich möchte jetzt gar niemanden verteidigen, aber momentan ist so viel Aufregung überall, da will ich einfach dafür plädieren, dass man mal einen Gang zurück schaltet.

Nach all dem was wir wissen – und das ist sicherlich noch nicht so richtig viel – wird nach den End Times die „Alte Welt“ und Warhammer Fantasy, wie wir es bisher kennen, nicht mehr existieren. Wenn man sich das so vor Augen führt, kann das schon schockierend sein, denn was da über die letzten 20-30 Jahre an Geschichte gewachsen ist, kann doch nicht tatsächlich einfach über Bord geworfen werden, oder?

Doch genau danach sieht es aus. GW wagt offenbar den Neuanfang. Alles auf Null, weniger Völker, kleinere Armeen (zumindest für den Anfang), neue Geschichte.

Ob ich die Sorgen von aktiven Spielern mit riesengroßen Armeen im Keller verstehen kann, die angst haben, Ihren ganzen Kram noch mal von vorne anfangen zu können? Klar kann ich das.

Aber sein wir doch mal ehrlich:
Wer zwingt Euch denn dazu, von heute auf Morgen euer altes Regelwerk wegzuschmeißen und auf Teufel komm raus den neuen Kram zu machen?
Eines ist doch sicher: all diejenige, die Warhammer in ihrer jetzigen Form spielen und lieben, können – und werden – das auch weiterhin tun!

Ich bin lange genug im Hobby unterwegs um zu wissen, dass ein Neuanfang für ein System nicht immer gleich bedeutet, dass alles was Gestern war nichts mehr wert ist. Erinnert euch mal, wie war das damals mit den „neuen“ Battletech-Regeln? Da musste man sich anhören, dass das ja kein „echtes“ Battletech mehr sei und überhaupt und sowieso. Hat jemand diese Leute jemals gezwungen, nach den neuen Regeln zu spielen? Nein, natürlich nicht: diese Leute spielen noch heute mit den 30 Jahre alten Regeln auf zwei Grundkarten mit schlecht gegossenen Zinnfiguren – und warum denn auch nicht? Wenn sie da Bock drauf haben ist das doch das einzig Richtige für sie, oder etwa nicht?

Sehen wir es doch mal so.
Viele Leute – mich inbegriffen – haben Warhammer schon vor langer Zeit den Rücken gekehrt. Die Regeln wären teils komisch, das Spiel wäre zu wenig erwachsen, man braucht zu viele Figuren die zudem viel zu teuer sind … und das sind nur einige Gründe, die alle Ihre Berechtigung haben.

Die Welt hat sich gedreht, der Markt hat sich verändert, das muss auch der Branchenprimus, dem sicherlich die meisten von uns ihren Einstieg ins Hobby zu verdanken haben, einsehen.

Was also tun?
Mit dem „weiter so“ der letzten Jahre ist es nicht besser geworden, da muss man nun wahrlich kein Genie sein um auf die Idee zu kommen, dass es eines Neuanfangs bedarf.

Doch wie?
– ein neues Spielsystem?
Dafür ist es wohl zu spät. Der Tabletop-Markt ist übervölkert mit aberhunderten von Systemen, selbst wenn man nur die nicht-Historischen nimmt, kann niemand mehr die Vielzahl verschiedener Spiele überblicken. Das Etablieren einer neuen Marke wäre da wirklich, wirklich schwer.

– ein altes System aus dem Dornröschenschlaf erwecken?
Zugegeben, es gibt eine menge Systeme, die sich hier anbieten würden und man hört immer wieder Rufe nach Neuauflagen der mittlerweile leider verschwundenen „Spezialistensystemen“.  Dieser Schritt scheint GW aber wohl nicht groß genug gewesen zu sein. Natürlich hätte man eine Mortheim – Neuauflage machen können, die Bases der Figuren rund und fertig ist das Skirmish-Spiel. Ob die Leute das gekauft hätten? Ich denke mal schon, ich für meinen Teil wäre kaum zu halten gewesen.

Die Gefahr wäre aber groß gewesen, dass der Erfolg schnell verpufft, und es wieder nur bei einer einzelnen Box bleibt, die binnen Jahresfrist wieder vom Markt verschwunden ist.

Man hat sich offenbar entschieden, aufs Ganze zu gehen, vielleicht auch um zu zeigen, wie sehr man hinter diesem Schritt steht und nicht wieder nur eine neue Spielbox rausbringt..
Die Warhammer-Welt wird modernisiert, und zwar mit Stumpf und Stiel.
Was bietet sich da mehr an, als gleich die komplette Alte Welt, auch wenn`s weh tut, den Bach runter gehen zu lassen? Die Designer können sich austoben und ein paar unglaubliche Modelle schaffen, die Geschichtsschreiber haben eine einmalige Möglichkeit, alle Prophezeiungen und alles Götterwirken in die Tat umzusetzen, denn eines ist klar: Die Alte Welt geht unter – und sie wird es mit einem Knall tun, der sich gewaschen hat.

Aber zurück zum Thema, wofür schreibe ich das hier alles?

Eines hat GW zumindest schon mal geschafft:
Die Leute sind endlich mal wieder aus dem Häuschen!
Und es geht dieses mal nicht um miese Gussqualität, Preiserhöhungen oder Personalentscheidungen  nein, es geht um das gute alte Warhammer Fantasy, das nach Jahren des Dahinsiechens endlich mal wieder im Fokus steht und sogar Leute wie ich – die seit Jahren nichts mehr mit Warhammer Fantasy anfangen konnten – ihre ganze Aufmerksamkeit dem widmen was da kommen mag.

Ach, und Deine natürlich auch, oder warum hast du dir die Mühe gemacht habt, diesen ganzen Artikel hier bis zum Ende zu lesen?