Die Kabale des Gebrochenen Siegels: Das Schicksal von Konor

Fahl schien das graublaue Licht der schwarzen Sonne Commorraghs  durch die hohen, mit Dornen verzierten Fenster in den großen Thronsaal. Der große Raum war vollkommen leer und verlief sich zu seinen Seiten in kühle Dunkelheit. Einzig ein eleganter Obsidianthron stand in seiner Mitte, erhöht auf einer runden Basis aus flachen Stufen.  Der dunkelschwarze Thron schien das bereits geringe Licht nahezu vollständig zu verschlucken, während seine feine Verarbeitung an sich windenden Flammen erinnerte. Oder waren es doch Seelen, klagend im Todeskampf….

Vor dem Thron kniete ein Meister des Fleisches, dessen bleiche Haut in diesem Licht nahezu durchsichtig erschien. Außer ihm befand sich nur eine weitere Gestalt im Raum, ein hochgewachsener Eldar mit scharfen, noblen Gesichtszügen. Er schritt gedankenversunken durch den Raum und murmelte leise vor sich hin. „Macragge also. Diese verdammten Narren!“ Der Meister räusperte sich ein klein wenig, in der Hoffnung nicht den Missmut des Archon auf sich zu ziehen. „Ihr wolltet etwas sagen Bhenaesryt?“ Zornig blickte der Hochgewachsene auf die kniende Gestalt. „Mein Lord, wenn ihr erlaubt, ich hörte davon, dass das System in den wirren des Krieges gefangen ist.“ „Ach wirklich? Sprecht!“ Langsam erhob sich der Haemonculus und blickte seinen Herren aus dunklen Augen unterwürfig an. „Die Diener des verfaulten Shinsil fallen in das System ein. Das Chaos breitet sich aus und ein jeder wittert seine Chance nach Macht.“ Archon Xerathis Miene erhellte sich ein wenig, während er auf Bhenaesryt zuschritt. „Und das sagt ihr mir erst jetzt! Ich hätte die Narren trotz allem angegriffen, aber dies ist eine hervorragende Gelegenheit, sogar besser als erhofft.“ Er rieb sich die Hände. „Nun, wir werden unverzüglich aufbrechen. Ihr sagtet doch eh, das ihr neues Material braucht, nun, dies ist eure Gelegenheit! Ich weiß, das der Kult der verfluchten Klinge uns folgen wird. Nun liegt es nur noch an euch mir die Treue eures Zirkels zu versichern.“ „Der ebenhölzerne Stachel wird sich euch wie immer selbstverständlich anschließen, edler Archon.“ Wieder kniete sich der Haemonculus vor seinen Herren um seinen Gehorsam zu unterstreichen. „Ich werde umgehend alle Vorbereitungen treffen. Dies ist auch eine Chance für mich meine neuesten Errungenschaften zu testen.“ Xerathis wandte sich von ihm ab und blickte durch die offenen Fenster auf das düstere Commorragh hinab. „Ich werde mir die Krone wiederholen, koste es was es wolle. Diese elendigen Menschen, kaum mehr als behaarte Affen, wissen nicht einmal was sie da in ihren Händen halten.“ „Eure Krieger waren zu sehr damit beschäftigt eure Feinde zu töten, mein Herr. Es war ein Missverständnis.“ Scharf fuhr der Archon ihn an. „Ein Missverständnis? Verrat war es! Diese Feiglinge! Doch die schuldigen wurden bereits bestraft. Ihre Seelen werden eine Ewigkeit in Qualen leben bevor ich sie Ihr, die Dürstet übergebe. Doch nichts wird mich auf meinem Weg zur Macht aufhalten, weder Menschen, Dämonen, Krieg oder Götter. Und auch ihr nicht, Bhenaesryt!“  Mit Neid und Niedertracht musste man in Commorragh jederzeit rechnen, Xerathis war sich dessen durchaus bewusst. Gerade seine engsten Vertrauten waren zugleich die ersten Verräter. „Macht eure Kämpfer bereit, die Kabale rückt unverzüglich aus. Tod und Panik werden wir bringen, egal wer uns im Weg stehen sollte. Und am Ende, da werde ich sie endlich in meinen Händen halten…  und jetzt, raus hier!“

 

Matthias

Matthias

Niederer Schreiberling, Aushilfe und "Hobby"-Historiker, Kampagnenmeister und BigBrother im Blog.
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